Das Auge des Sturms

Die Sehnsucht nach der Stille war noch nie so groß wie heute. Angebote wie Stilleretreats, Tiefenentspannungs- und Meditationsseminare sind überall vorhanden und werden gerne angenommen.

Für viele Menschen ist die akkustische Dauerbeschallung, die den Alltag der meisten prägt, zur Belastung geworden und ist erwiesenermaßen ein Mitverursacher von Stressgefühlen und Überforderung. *

Die Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen, sind sehr begrenzt.

Die gute Nachricht: Um Stille zu erleben, muss man sich nicht in die Abgeschiedenheit eines Klosters begeben oder in eine Höhle in der Wüste zurückziehen.

Die schlechte Nachricht: Bevor es still wird, wird es richtig, richtig laut.

Am Besten lässt sich dieses Phänomen mit einem Wirbelsturm vergleichen: Um uns herum ist die Außenwelt, Gespräche, Verkehrslärm, Baustellen, Klingeltöne, u. v. m. – das verursacht einen sich immer schneller bewegenden Wirbel, der sich nach innen hin verdichtet. Die Drehung intensiviert sich.

Wenn Du meditierst, oder es zumindest versuchst, stößt Du zuerst auf diese verdichtete Form des Wirbelsturms – der Sturm deiner Gedanken, Kreisläufe aus Emotionen und Empfindungen. Das kann schon abschreckend wirken und Deine Geduld mit Dir selbst auf eine harte Probe stellen.

Wenn Du es aber schaffst, Dich über diesen lauten Sturm der tobenden Gedankenwelt zu erheben, blickst Du direkt ins Auge des Sturms. Hier kannst Du Dich fallen lassen und wirst von der Stille aufgefangen. Der Sturm um Dich herum tobt immer noch, aber Du nimmst ihn nur als Beobachter war und identifizierst Dich nicht mehr mit Deinen Gedanken und Emotionen.

Wenn Du jetzt einatmest, kannst Du ganz in diese Stille hineinsinken und mit jedem Ausatmen breitest Du die Stille in Dir aus.

Das Auge des Sturms wird dadurch größer und wandert über Deine Körpergrenze hinaus. Dadurch sinkt die Intensität des Sturms, der Dich umgibt.

Das Schöne ist, dass jeder Mensch diesen stillen Bereich in sich trägt und mit etwas Übung kannst Du ihn jederzeit finden. Es lohnt sich, danach zu suchen. 🙂

*siehe Artikel auf www.umweltbundesamt.at


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3 Kommentare

  • Sigrid

    Du schaffst es, mit wenigen Worten alles auf den Punkt zu bringen. Deine Beschreibung der Ausweitung des Stille-Raums ist wunderschön und sie hat mir auch wieder geholfen, mich daran zu erinnern, WIE leicht und rasch man sich sammeln kann. Danke, liebste Sam, für diesen wunderbaren Beitrag. Bitte schreibe weiter 🙂 Dein Blog ist so wertvoll.
    Ich wünsche Dir, dass Du viele Feedbacks bekommst um zu wissen, dass es großen SINN macht, solche Überlegungen und Anregungen zu veröffentlichen! Deine Sigrid

  • Niki C

    Ja, in der Tat, die Geräuschkulissen sind permanent vorhanden. Manchmal nehmen wir diese nicht bewusst war, und wirken dennoch auf uns ein.
    Ich würde es gerne erlernen wollen, diese innere Stille zu finden, denn es ist bestimmt ein wunderbarer Ausgleich zur ohnehin nicht beinflussbaren Geräuschkulisse unserer Umwelt.

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