Wenn die Komfortzone unbequem wird

Es beginnt mit einem subtilen Gefühl – irgendetwas stimmt nicht. Die Dinge stocken, alles im Leben scheint zu bremsen, es geht nichts weiter bis zur absoluten Bewegungslosigkeit. Die Komfortzone, in der man sich so lange ausgeruht und wohlgefühlt hat, wird zum Problem. Dabei ist das Wort „Komfortzone“ nicht falsch zu verstehen – diese kann durchaus schon lange unbequem gewesen sein: ein verhasster Job, eine unglückliche Beziehung, eine unpassende Wohnsituation, …

Doch der klare Vorteil der Komfortzone liegt auf der Hand: Man kennt diesen Bereich seines Lebens in- und auswendig. Das gibt Sicherheit und vermittelt den Glauben die Kontrolle darüber zu haben. Wenn da nur nicht dieses Gefühl wäre, das etwas nicht stimmt …

Das ist die 1. von fünf Phasen der Entwicklung.

1. Stagnation

Diese drückt sich darin aus, dass die Komfortzone untragbar wird. Tiefe Unzufriedenheit, Frust, Langeweile und schließlich Erschöpfung breiten sich aus.

Übung zur Stagnation

Die Übung, die ich in „Das Auge des Sturms“ beschrieben habe, hilft dabei aus der eingefahrenen Sichtweise auszusteigen und die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wiederhole die Übung so lange bis Du genügend Distanz zu Deiner Lebenssituation hergestellt hast, um alles klarer sehen zu können.

Was zur 2. Phase der Entwicklung führt.

2. Polarisation

In dieser Phase werden viele Fragen aufgeworfen: Was will ich überhaupt? Wo will ich hin? Wer oder was steht mir im Weg? PartnerIn, KollegInnen, meine Arbeitszeiten, etc.

Übung zur Polarisation

Polarisation bedeutet, sich intensiv mit seiner Lebenssituation zu beschäftigen. Leg Dir ein Tagebuch zu, schreib auf wie es Dir geht, die wichtigsten Ereignisse und Deine Träume, soweit Du Dich erinnern kannst.

Schreib auf, was Du Dir immer schon mal gewünscht hast. Wie Deine optimale Partnerschaft aussieht, Dein Traumhaus oder Dein Traumjob.

Sei verrückt und kreativ – die Wünsche müssen nicht in Dein übliches Bild der Realität passen. Deine Wünsche, Träume und Vorstellungen sind frei und grenzenlos!

3. Depression im Sinne von Orientierungslosigkeit

Wenn man sich aus seiner Komfortzone löst, ist das wie ein kleiner Tod mitten im Leben. Das geht nicht spurlos vorüber. Plötzlich gibt das Alte, das Bekannte, das bisher Sichere, keinen Halt mehr und man fällt ins Bodenlose.

Ängste, Panikattacken und starke Verunsicherung können Begleiterscheinungen dieser Phase sein.

Übung zur Depression

Es ist notwendig für gute Stabilität zu sorgen und das innere Vertrauen zu stärken. Yogaübungen, die besonders auf das 1. (Stabilität), 2. (Selbstvertrauen) und 3. Chakra (Kraft) wirken, sind hier empfehlenswert:

Stell Dich oder setz Dich aufrecht hin. Am Besten an einem Ort, an dem Du nicht gestört werden kannst. Mit jedem Einatmen wird Dein Bauch groß und weit und mit jedem Ausatmen versuchst Du Dich so gut wie möglich zu entspannen. Verbinde Dich über Deine Atmung mit Himmel und Erde. Stell Dir vor, dass Du ein Kanal bist, durch den die Energie von oben nach unten und von unten nach oben frei fließen kann.

Atme das Licht der Sonne in Dich ein, und atme es durch Deine Füße tief in die Erde aus. Atme dann die Energie aus der Erde ein und zur Sonne aus. Wiederhole diesen Vorgang ein paar Mal. Fühle, wie sich Dein ganzes Energiefeld mit Licht auflädt und Du stabil im Sein verankert bist.

Kehre wieder ganz in Deinen Körper zurück – fühle den sicheren, stabilen Boden, auf dem Du stehst.

  • Affirmation (aus Aloha von Jeanne Ruland, Schirner Verlag):

Wer gerne mit Affirmationen arbeitet, also mit positiven Sätzen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meistens 21 Tage lang) regelmäßig wiederholt werden, kann es mit diesem Satz versuchen:

„In dir lebe ich, bewege ich mich und habe ich mein Sein.“

4. Kontraktion

Alle Kräfte ziehen sich nach innen. In der 4. Phase der Entwicklung kommt es zu einem Rückzug von der Außenwelt. Termine wahrzunehmen wird schwierig und es ist durchaus sinnvoll, sich, soweit es der Alltag zulässt, eine Auszeit zu gönnen.

Es kann sich ein tiefer seelischer Schmerz ausbreiten, der durchlebt werden muss.

Übung zur Kontrakion

Auch wenn ein Urlaub in dieser Phase zeitlich nicht möglich ist, gibt es eine Vielzahl an anderen Optionen, sich auf sich selbst zu besinnen und dem Schmerz Raum zu geben:

  • ausgedehnte Spaziergänge im Wald
  • schwimmen, am Besten in einem See
  • an einem vertrauten, gemütlichen Ort Platz nehmen und Löcher in die Luft starren
  • malen, schreiben, Gartenarbeit und jede andere Art des kreativen Ausdrucks

5. Extraktion

Die Kräfte richten sich wieder nach außen. Eine innere Aufrichtung findet statt und es stellt sich eine noch nie dagewesene Weite ein. Nun ist es endlich möglich Entscheidungen zu treffen, die getroffen werden müssen und sollen und das Leben in ganz neue Bahnen zu lenken. Altes entgültig abzuschließen und Neues zu beginnen.

Zum Abschluss

Diese fünf Phasen der Entwicklung wiederholen sich immer wieder. Vor allem, wenn man sich bewusst entscheidet, sich zu entwickeln. Sie sind demselben Rhythmus unterworfen, der das Werden und Vergehen im Kreislauf des Lebens steuert.

Wenn man aufhört sich gegen die Veränderung zu wehren und man lernt sich dem Fluss des Lebens vertrauensvoll hinzugeben, wird es mit der Zeit zwar nicht leichter diese Phasen zu meistern (ich will da gar keine falschen Hoffnungen wecken ;-)), aber durchaus einfacher, da der Ablauf bekannt ist. Denn etwas, das man bennen kann, verliert sein Grauen!


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